Programm

Familienpflegeausbildung im JFB e.V.

Seit 1995 ist das JFB von der Bezirksregierung Münster als Fachseminar für Familienpflege anerkannt. Seitdem bildet es erwachsene Frauen und Männer zu examinierten, staatlich anerkannten Familienpflegern/innen aus. Diese Qualifizierung wird von uns als verkürzte Ausbildung mit Teilnehmern/innen durchgeführt. (siehe Link "Voraussetzungen")

Der nächste Lehrgang beginnt voraussichtlich am 01.01.2021.

Seit 2009 hat das Fachseminar für Familienpflege eine AZAV-Maßnahmenzulassung, Fachbereich 4.

Was ist Familienpflege?

– Berufsbild –

Das Verständnis der Familienpflege ist sehr breit gefächert. Neben dem "klassischen" Wirkungsgebiet der Unterstützung von Familien im Krankheitsfall eines Elternteils, umfasst Familienpflege ein breites Spektrum familienunterstützender Leistungen.

Unter Leistungen der Familienpflege verstehen wir niederschwellige, aufsuchende, sozialpflegerische familienunterstützende Leistungen, die eine Hilfeform der Gesundheitshilfe, Kinder- und Jugendhilfe und/oder Sozialhilfe darstellen und auf das ganze System Familie, nicht auf einzelne Personen, ausgerichtet sind. Familienpflege umfasst pflegerische, hauswirtschaftliche und pädagogische Aufgaben. Der Fokus liegt dabei auf der Stabilisierung des Systems Familie und/oder auf der Entlastung von Elternteilen oder Kindern.

Familienpflege kann unter anderem auf Basis folgender rechtlicher Grundlagen in Anspruch genommen werden:

  • SGB V § 38; Absatz 1 und 2: Gesetzliche Krankenversicherung
  • SGB IX § 54: Rehabilitation und Teilhabe von Menschen mit Behinderungen
  • SGB VIII § 20: Kinder- und Jugendhilfe (Familien in Not)
  • SGB VIII § 27: Hilfe zur Erziehung
  • SGB XII § 70: Sozialhilfe
  • Präventive Einsätze im Rahmen des § 1 Bundeskinderschutzgesetz
  • Ggf. weitere Grundlagen

Wo kann ich als Familienpfleger/-in arbeiten?

  1. Bei Trägern der Familienpflege und Sozialpflegestationen
  2. In sozialpflegerischen Einrichtungen, die Familien mit ihren Aufgaben begleiten, unterstützen und ersetzen, z.B.
  • Einrichtungen der Eingliederungshilfe für Menschen mit Behinderung
  • Einrichtungen, die Leistungen der Pflegeversicherung für pflegebedürftige Menschen anbieten (Tagespflege, ambulante Pflege, Wohngemeinschaften)
    Familienpfleger/innen werden als Betreuungskraft nach § 43b SGB XI in voll- oder teilstationären Pflegeeinrichtungen ohne weitere Qualifizierung anerkannt. Mögliche Zusatzqualifikationen sind z.B. der Behandlungspflegeschein nach § 37 GBB V (Leistungsgruppen 1 und 2) gemäß § 132, § 132a Absatz 2 SGB V.
  • Offene und gebundene Ganztagschulen
  • Einrichtungen der Jugendhilfe