Programm / Programm / Lernen in Beruf und Alltag / Berufsbezogene Veranstaltungen
Programm / Programm / Lernen in Beruf und Alltag / Berufsbezogene Veranstaltungen

Plätze frei Betreuungsassistent*in gem. §45 SGB XI und AnFöVO 2019 (542-011)

Termine werden noch bekannt gegeben in Stadtlohn, Weststraße 9
Dozentin: Jutta Koch

§45 des Sozialgesetzbuches (SGB XI) regelt zusätzliche Betreuungs- und Entlastungsleistungen im häuslichen Bereich, also für hilfebedürftige Menschen, die nicht in einem Pflegeheim, sondern in ihrer eigenen Wohnung leben. Seit 2015 können mehr Hilfebedürftige, die zuhause wohnen, diese Leistungen in Anspruch nehmen. Das bedeutet, dass nun auch dementen Menschen ohne Pflegestufe, aber mit "eingeschränkter Alltagskompetenz", eine zusätzliche Betreuungskraft zusteht sowie Menschen mit Pflegestufe, aber ohne "eingeschränkte Alltagskompetenz". Auch pflegende Angehörige sollen damit entlastet werden. Die AnFöVO regelt die Voraussetzungen und das Verfahren der Anerkennung der Angebote zur Unterstützung im Alltag im Sinne des § 45.

Eine Betreuungskraft nach §45 beaufsichtigt, unterstützt und begleitet hilfebedürftige Menschen bei der Bewältigung ihres Alltags, dies kann beispielsweise sein:

- Begleitung bei Spaziergängen und Erledigungen
- Freizeit aktiv gestalten
- Hilfe bei der hauswirtschaftlichen Versorgung
- Gespräche führen

In dieser Fortbildung bereiten wir die Teilnehmenden darauf vor, hilfe- und pflegebedürftige Menschen im häuslichen Umfeld zu entlasten und zu betreuen. Sie umfasst 40 Unterrichtseinheiten (UE). Zum Abschluss erhalten die Teilnehmenden eine Teilnahmebestätigung.

Inhalte der Fortbildung:
Modul 1, Betreuung Pflegebedürftiger:
• Alterstypische Erkrankungen bzw. Einschränkungen, insbesondere
o Demenz
o Zustand nach Apoplex
o Multimorbidität
• Grundlagen der pflegerischen Versorgung
o Ressourcenorientierter Ansatz
o Biografie-Arbeit
o Aktivierung
o Validation
o Umgang mit Hilfsmitteln (z.B. Rollator, Rollstuhl, Brille, Hörgerät)
• Möglichkeiten der Alltagsbegleitung
• Notfallhandeln:
o Überprüfung der Vitalzeichen
o Absetzen eines Notrufs
o lebensrettende Sofortmaßnahmen
• Rechtliche Rahmenbedingungen (Schweigepflicht, Datenschutz)

Modul 2, Kommunikation und Begleitung:
• Kommunikation und Gesprächsführung:
o Verbale/nonverbale Kommunikation
o Regeln einer wertschätzenden Kommunikation
o Strategien zur Konfliktlösung
o Grundsätze der Kommunikation mit Menschen mit Demenz
• Subjektive und objektive Belastungsfaktoren pflegender Angehöriger
• Selbstfürsorge pflegender Angehöriger
• Beratungs-, Entlastungs-, Betreuungs- und Pflegeangebote im regionalen Kontext
• Zusammenarbeit und Vernetzung mit allen Akteuren zur Optimierung der Situation des Betroffenen
• Grundlagen der Pflegeversicherung und des Betreuungsrechts
• Rolle der Helfenden und Selbstmanagement

Modul 3, Unterstützung bei der Haushaltsführung:
• Grundsätze der Hygiene:
o Persönliche Hygiene
o Produkt- und Arbeitsplatzhygiene
o Hygiene im häuslichen Bereich
• Reinigung und Pflege des Wohnbereichs:
o Mechanische und chemische Reinigungsverfahren
o Materialgerechte Auswahl von Reinigungs- und Pflegemitteln
• Reinigung und Pflege von Textilien:
o Waschen unter Berücksichtigung der Pflegesymbole
o Schrankfertige Aufbereitung der Wäsche
• Ernährung und Verpflegung:
o Lebensmittelbevorratung und Speisenzubereitung
o Ernährungsbezogene Besonderheiten im Alter
- Grundregeln der Ernährung bei Diabetes mellitus
- Speisenzubereitung bei Schluckstörungen und Demenz
- Umgang mit verändertem Trinkverhalten
• Aktivierende Beteiligung der Pflegebedürftigen an hauswirtschaftlichen Tätigkeiten
• Unfallverhütung

Zielgruppe:
Die Weiterbildung ist an Menschen gerichtet, die
- Freude an der Arbeit mit älteren Menschen haben
- Interesse an der Ausübung einer helfenden Tätigkeit im sozialpflegerischen Bereich mitbringen
- eine ehrenamtliche Tätigkeit anstreben

Plätze frei Behandlungspflege LG 1+ LG 2 (542-003)

Termine werden noch bekannt gegeben in
Dozentin: Jutta Koch

Der Bedarf an qualifiziertem Personal in der Behandlungspflege steigt, da lediglich geschulte Mitarbeitende die behandlungspflegerische Versorgung übernehmen dürfen. Um dem Fachkräftemangel zu begegnen, bieten wir diese Weiterbildung nach § 132 und § 132a Abs. 2 SGB V an.
Im Rahmen der Qualifizierung haben Sie die Möglichkeit, Ihre fachlichen Fähigkeiten zu vertiefen und erweiterte Kenntnisse im Bereich der Behandlungspflege in den Leistungsgruppen 1 + 2 zu erlangen. Dies bedeutet für den Arbeitnehmer die Eröffnung weiterer Arbeitsfelder in der häuslichen Pflege sowie für den Arbeitgeber qualifiziertes Personal, das behandlungspflegerisch tätig werden darf.
Die Weiterbildung ist an Altenpflegehelfer*innen gerichtet sowie an „sonstige geeignete Kräfte“ gem. §13 des Vertrags gemäß §§132, 132 a Abs. 2 SGB V in NRW. Unter „sonstige geeignete Kräfte“ fallen unterschiedliche Personengruppen, wie Personen, die bereits in der Pflege tätig sind, staatlich anerkannte Familienpfleger*innen, Betreuungsassistenten und -assistentinnen sowie Quereinsteiger*innen, die durch diese Schulung einen neuen Weg in die Erwerbstätigkeit finden können.
Lehrinhalte:
Leistungsgruppe 1
- Blutdruckmessung
- Blutzuckermessung
- Inhalationen
- Injektionen, s.c.
- Richten von Injektionen
- Auflegen von Kälteträgern
- Richten von ärztlich verordneten Medikamenten
- Medikamentengabe (Arzneimittellehre)
- Verabreichung von Augentropfen und –salben
- Ausziehen von Kompressionsstrümpfen/-strumpfhosen
(ab Kompressionsklasse II)
- Abnehmen eines Kompressionsverbandes
- Abnehmen einer s.c.-Infusion

Leistungsgruppe 2
- Versorgung bis zu zwei Dekubitus mit Grad II
- Klistiere und Klysma
- Flüssigkeitsbilanzierung
- SPK Versorgung
- Medizinische Einreibungen
- Dermatologische Bäder
- Umgang mit einer perkutanen endoskopischen Gastrostomie (PEG)
- Anziehen von Kompressionsstrümpfen/-strumpfhosen
(ab Kompressionsklasse II)

Weiterführende Lehrinhalte
- Hygienisches Arbeiten/Eigenschutz
- Notfälle/Erste Hilfe
- Haftungsrechtliche Grundlagen und Dokumentation